Mein künstlerisches Schaffen entspringt der Untersuchung meiner persönlichen & gesellschaftlichen Transformationsprozesse.
1954 in Dresden geboren und als technische Zeichnerin ausgebildet, ist meine Biografie untrennbar mit den großen historischen Zäsuren des 20. Jahrhunderts verwoben.
Meine Übersiedlung mit meiner Familie im Jahr 1979 nach Ungarn und die Flucht 1987 mit der Familie über das österreichische Flüchtlingslager Traiskirchen nach Westdeutschland in das Auffanglager Gießen haben in mir ein bleibendes Bewusstsein für das „Dazwischen-Sein“ verankert.
Durch eine Arbeitsaufnahme sind wir nach Esslingen am Neckar gezogen.
Diese existenziellen Erfahrungen des Systemwechsels, erweitert durch tiefgreifende private Zäsuren wie die Scheidung 2003 nach langem gemeinsamem Lebensweg im Jahr 2003, bilden das emotionale und konzeptionelle Fundament meiner Arbeit.
Ich spüre die unsichtbaren Narben, die Brüche in Systemen und Identitäten hinterlassen.
Die Materialität und die Archäologie der Erinnerung.
Die Übersetzung dieser Themen erfolgt durch einen bewussten, haptischen Umgang mit Materialität.
Ich kombiniere die unnachgiebige, strukturierte Härte des Holzdrucks mit der extremen Fragilität von Seidenpapier und der Tiefenwirkung von Acryl - Öl - Lasuren. Mein Arbeitsprozess gleicht einer Archäologie der Erinnerung: Durch das wiederholte Auftragen, Überlagern, Verwunden und schrittweise Freilegen von Schichten wird die Struktur der Veränderung im Material physisch greifbar. Jedes Werk trägt die Spuren dieses intensiven Prozesses in sich.
Die Kombination aus technischer Präzision meiner Herkunft und dem freien, suchenden Farbauftrag spiegelt das Spannungsfeld zwischen Ordnung und emotionalem Umbruch wider.
In meinen Arbeiten bewegen sich Ästhetik und Inhalt in einem permanenten Dialog zwischen sichtbarer Zäsur und innerer Verletzlichkeit. Die Werke sind keine reinen autobiografischen Dokumente, sondern vielschichtige Denkräume. Indem ich die Spuren meiner eigenen Geschichte freilege, hebe ich das zutiefst persönliche Erleben auf eine universelle, kollektive Ebene. Ich lade den Betrachter dazu ein, sich mit den eigenen Brüchen, den Überlagerungen der eigenen Identität und der universellen Frage nach Heimat und Wandel in einer sich ständig verändernden Welt auseinanderzusetzen.